Das Thema Dialektik ist spätestens mit dem „postmodern turn“ aus kritischer Theoriebildung weitestgehend verschwunden. Wenn überhaupt, dann ist ab und zu noch von „Anwendungen“, wie etwa der „Dialektik der Aufklärung“ der Frankfurter Schule, die Rede. Dialektische Theoriebildung im emphatischen Sinne, als distinkter Zugang zur gesellschaftlichen Wirklichkeit, scheint jedoch relativ tot zu sein.
Zweifellos hat die Dialektik eine schwierige Geschichte – von der letztlich reaktionären Auflösung der idealistischen Dialektik Hegels, über den „DiaMat“ des dogmatischen Marxismus bis hin zur landläufigen Verballhornung des Begriffs im (linken) Alltagsdiskurs stand die Aneignung von Dialektik-Konzepten eigentlich kaum je unter einem guten Stern.
Dennoch meinen wir, dass es von den verschiedenen linken Dialektikkonzeptionen nicht nur einiges Lichtblicke gäbe, sondern kritisch-dialektische Theoriebildung trotz, nein gerade auf Grund aller Schwierigkeiten das einzig ernstzunehmende Angebot für eine zukunftsgewandte Orientierung emanzipatorischer Theorieentwicklung ist.
In unserem Workshop wollen wir zeigen, warum das so ist und versuchen, einige Hinweise zu geben, wie eine derartige Theorieentwicklung aussehen könnte.
Nach einer Annäherung im Rekurs auf v.a. marxistische Dialektikentwürfe und einer Darstellung allgemeiner Prinzipien der Dialektik soll es – im Rekurs auf allgemeinere wissenschaftstheoretische Fragestellungen – v.a. darum gehen, die Stärken dialektischer Theorie gegenüber postmodernen und analytischen Positionen zu verdeutlichen. Dabei sollte umrisshaft klar werden, in welche Richtung eine Weiterentwicklung dialektischer Theorie, die nicht bloß bei einer passiven Rezeption bereits bestehende Entwürfe stehen bleibt, gehen muss.
Wann: 1. April 2012, 13:00 – 18:00
Wo: Anarchistische Bibliothek Wien, Lerchenfelder Strasse 124-126 im Hof 3. Tür 1a, 1080 Wien
Anmeldungen bitte an d-day (et) riseup.net
Mit freundlicher Unterstüzung von KSV-LiLi
